Vasaloppet 2024 - Aus der Sicht eines Vasa-Praktikanten
Es fing alles mit einem Klassik-Langlaufkurs Anfangs Januar 2024 auf der Lenzerheide an, als mir Thomas Rüegg, stolzer Palmendress-Träger auf den Heid-Loipen, von verfügbaren Startplatzpositionen am 100. Vasalauf erzählte. Sponti geht vieles besser: Einige Tage danach durfte ich einen der Startplätze übernehmen, und Luki bestätigte mir einen Schlafplatz in Orsa Grönklitt. Nun blieben noch knapp zwei Monate für die Vorbereitung im Sulzschnee auf der Lenzerheide oder einfach mit Rollskis um den Greifensee.
Die Aussichten haben schon früh gezeigt, dass 2024 zwar ein Jubiläumsjahr wird, aber mit sehr warmem und nassem Wetter ein sehr anstrengender Lauf. In Orsa Grönklitt trafen wir auf die anderen Doppelstöcker. Trotz Nebel und Regen war die Stimmung sehr gut. Als Vasa-Praktikant hörte ich den Vasa-Veteranen gespannt zu und versuchte mir da und dort gute Tipps zu ergattern. Wir haben viele Diskussionen wie: wegen Sulzschnee kleine, mittlere oder ganz grosse Teller auf den Stöcken? 😊 Unterhose mit Weichteil-Windschutz? Was, du willst wirklich mit diesen alten Salomon starten? Habt ihr schon mal vom Järv gehört? …sehr gefährlich. Fell-Ski? vergiss es, da kommst du nie an.
Kurz, die Nervosität war mit den Händen zu greifen und es war unklar wer nervös spielte und wer nervös war.
Gefühlt hielt sich das Team am 2. März den ganzen Tag im Wachsraum auf. Hier konnte ich dann recht viel von den Experten lernen: Blau als Grundlage, Rot für den Gleitwachs, dann noch Pulver einbügeln und am Schluss nochmals den Top-Wachs, selbstverständlich alles Fluorfrei. Am Schluss noch die wunderbare Klisterparty, und dann waren unseres Skis bereit für die nassen 90 km (Keiner aus dem Team hatte die Skis in den Shop gebracht – bravo!).
Und es war tatsächlich nass. Der Sumpf im Startgelände und das Anstehen im Regen hat dann schon hier oder da die Frage aufgeworfen: « und was genau machen wir jetzt hier?». Zum Glück regnete es beim Startschuss nicht, und wir konnten einigermassen ohne Regen die 90 km durchlaufen. Die ersten 15 km waren nebst dem Massenaufstieg sehr anstrengend, denn ich merkte schnell, dass die vielen Stunden im Wachsraum nicht den erwünschten Effekt ergeben hatten. Auch bei Abfahrten musste ich meine Doppelstock-Künste anwenden - bedeutend leichtere Personen überholten mich ohne Stossen! Bei Kilometer 20 habe ich an einer Wachsstation (innerhalb von 5 Minuten!!) meine Ski wachsen lassen und konnte dann mit der Menge wieder einigermassen mithalten (soll ich dann nächstes Mal trotzdem im Shop wachsen lassen?).
Angespornt von der euphorischen Stimmung und der Unterstützung entlang der Strecke konnte ich den vielen Sulzschnee und die sehr zähen Bedingungen gut überbrücken. Vielen Dank hier nochmals für die tolle Unterstützung vom Kontiki-Team, die mit vielen Schweizerfahnen ihren Stand ankündigten und uns mit Schweizer Schoggi die Motivation wieder weckten. Nach knapp 8 Stunden durfte ich dann auch in Mora ankommen und konnte die Frage vom Start wieder beantworten: «Yes, hat Spass gemacht! Nächstes Mal zählen wir auch zu den Veteranen😊»
Meine erste Teilnahme am Vasalauf war mehr als nur ein Rennen. Ich habe ein tolles Team kennengelernt, vielen Dank Luki, Fabio, Samuel, Aaron, Nicola, Marc, Carl-Oscar und die beiden Thomasse für die grossartige Zeit mit euch. Ich freue mich auf weitere Abenteuer mit dem LC Doppelstock.